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UECKER

im K20 am Grabbeplatz

Günther Uecker. Foto: Andreas Endermann, 2015, ©Kunstsammlung NRW

Installationsansicht der Ausstellung Uecker. Foto: Nic Tenwiggenhorn | ©Kunstsammlung NRW

Mehr als nur Nägel: Einen Blick auf das facettenreiche Werk des Künstlers Günther Uecker (*1930) richtet die Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen in Düsseldorf mit der Ausstellung Uecker. Die konzentrierte Auswahl bedeutender Werkblöcke dokumentiert – jenseits der weltbekannten Nagelreliefs – die unerschöpfliche Energie Ueckers seit den Tagen der internationalen Avantgardebewegung ZERO, die in den 1950/60er Jahren auch von Düsseldorf aus neue Wege in der Kunst gewagt hat.

Uecker ist mit etwa 60 Werken aus fünf Jahrzehnten von der großen Rauminstallation bis zu Zeichnung noch bis zum 10. Mai 2015 im K20 am Grabbeplatz zu sehen.

 

Aus der Perspektive der Gegenwart stellt die Präsentation im K20 dieses vielgestaltige Lebenswerk des Wahl-Düsseldorfers vor, das von großer Lebendigkeit und globaler Ausrichtung ebenso geprägt ist wie von einer ständigen Verwandlung der Sprache in Bilder. „Es geht darum, von unserer mittleren Generation aus die besonders spezifischen, avantgardistischen und bis heute gültigen Aspekte seines Werkes zu betrachten", erklärt die Direktorin der Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen, Marion Ackermann.

Dokumentiert ist der nagelnde „Bild-Hauer", der Aktionskünstler, der politische Mensch und der Poet ebenso wie der Bühnenbildner und Klangkünstler. Wie kein anderer steht der 1930 in Mecklenburg-Vorpommern geborene Uecker für einen Künstlertypus, der als Augenzeuge den politischen und kulturellen Umbruch im zunächst zweigeteilten Nachkriegsdeutschland mit vorangetrieben hat.

In der Grabbe Halle werden Auszüge aus zentralen Arbeiten wie das Terrororchester (1968/82), der  an Peking (1994), die Verletzungswörter (1992/2015), eine Sandmühle (1970) sowie geschriebene Bilder gezeigt. In der Klee Halle begegnet der Besucher Ueckers Nagelreliefs aus vielen Jahrzehnten, die eine Biografie in Bildern als Momentaufnahmen seiner künstlerischen und physischen Befindlichkeit darstellen. Die scheinbar aggressiv benagelten Bildflächen entwickeln je nach Standpunkt und Lichteinfall eine eigene sensible, poetische Kraft und beginnen zu atmen.

Seit Jahrzehnten begleitet der Satz „Wo die Sprache versagt, da beginnt das Bild" Ueckers künstlerisches Schaffen. Immer wiederkehrende Motive wie Spiralen und Reihungen oder Materialien wie Stein, Sand, Erde und Asche verwandelt der Künstler als minimalistische Vokabeln in eine universal lesbare Sprache.


Partner, Sponsoren und Förderer
Ermöglicht wird die Ausstellung durch Partner, Sponsoren und Förderer wie die NATIONAL-BANK AG, die Kulturstiftung der Länder, die Messe Düsseldorf GmbH und die Stadtwerke Düsseldorf AG. Unternehmenspartner ist das Fashion- und Lifestyle- Unternehmen Breuninger; Medienpartner: Handelsblatt. Gefördert wird die Ausstellung vom Ministerium für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport des Landes Nordrhein-Westfalen.

 

Günther Uecker – Briefe an einen Unbekannten | Labor im K20

Schreiben ist im Werk von Günther Uecker von essenzieller Bedeutung. Die Schrift als sprachlicher Ausdruck steht bei ihm oftmals gleichberechtigt neben seinen bildkünstlerischen Arbeiten. Dabei nehmen Ueckers „Briefe“ wie etwa die Installation Brief an Peking von 1994 eine besondere Stellung ein: Auf 19 bemalten und beschriebenen Leintüchern, die wie Wäsche an Leinen hängen, manifestiert sich Ueckers Blick auf China.

Anlässlich seiner großen Ausstellung im K20 hat Uecker eine neue Arbeit für das Labor im 2. Obergeschoss der Kunstsammlung am Grabbeplatz entwickelt, die die Besucher einlädt, Briefe an einen Unbekannten zu schreiben und diese an den vor Ort verspannten Seilen aufzuhängen. Hier können Reflexionen zum Ausstellungsbesuch ebenso ihren Niederschlag finden wie poetische Gedanken oder gesellschaftliche Fragestellungen. Das Medium des Briefes ist auf Dialog hin angelegt. Im Labor vollzieht sich dieses Zwiegespräch als offener, geschriebener oder gezeichneter Gedankenaustausch zwischen den einzelnen Besuchern.

Das Labor wendet sich in besonderer Weise an die Museumsbesucher: Es lädt dazu ein, sich selbstbestimmt mit der Kunst auseinanderzusetzen. Zwei Mal jährlich sind zeitgenössische Künstler zu Gast, die sich in eigens für diesen Raum konzipierten Präsentationen mit der Situation der Besucher und den Werken der Sammlung sowie der Geschichte des Museums auseinandersetzen.

Dem Publikum soll die Möglichkeit eröffnet werden, anstelle einer rein rezeptiven Haltung gegenüber den Werken eine aktivere Rolle wahrzunehmen und sich der Kunst auch auf der Grundlage eigenen Handelns zu nähern.

Partner, Sponsoren und Förderer

Das Labor wird gefördert durch die Stadtsparkasse Düsseldorf und die Sparkassen-Kulturstiftung Rheinland.

 

K20 GRABBEPLATZ

Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen
Grabbeplatz 5
40213 Düsseldorf


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