Das Landgut Cavallerie

Ein Ort für Pferde


Text: Sabine Hannemann | NiederRhein Edition, Ausgabe 01/2011 | Bilder: Thomas Momsen

 

Auf dem Landgut am Hochwald dürfen Pferde ganz Pferd sein. Mit viel Licht, Raum, frischer Luft und vor allem mit ihren Artgenossen. Der Ort für Pferde liegt in Sonsbeck-Labbeck. 

 

Der Juni ist ein guter Monat zum Fahrradfahren. Der Niederrhein lockt dann beispielsweise mit einer Höfetour, der Tour de Flur. Wenn Kolonnen von Radfahrern rund um Sonsbeck zwischen den verschiedenen landwirtschaftlichen Betrieben pendeln und Landwirtschaft aus der Nähe erleben, steht erstmalig das Landgut am Hochwald auf dem Plan und erwartet seine Gäste. Das Ehepaar Bach mit Team ist bestens vorbereitet. Ihr Hit-Aktiv-Stall für Pferde und das neue Landcafé mit Biergarten sind vor Ort seit längerem Gesprächsstoff. Beides wird auch bei diesem Termin die Gäste erneut überraschen.

Landgut am Hochwald

Sonsbeck, die grüne Perle am Niederrhein, ist um eine betriebliche Attraktion reicher. Das Landgut am Hochwald zeigt sich von seiner besten Seite. Die alten englischen Duftrosen im Rosengarten und die Rosen in der Zufahrt blühen um die Wette. Der Betrieb an der Marienbaumer Straße 152 ist für Pferdeliebhaber wie für Pferdebesitzer, für Naturfreunde und andere Tagesgäste eine abwechslungsreiche Adresse und in jedem Fall eine Reise wert.

Fünfmonatige Bauzeit

Der moderne Betrieb ist noch jung, die Bauzeit an sich jedoch schon eine kleine Erfolgsgeschichte. In Sonsbeck-Labbeck wurde nämlich nach nur fünfmonatiger Bauzeit ein supermoderner Hit-Aktiv-Stall erstellt. 30 Pferde können auf dem Landgut am Hochwald ein wahres Paradies auf Erden erleben. Es gibt noch einige freie Plätze.

Die ersten Pferde fühlen sich längst zu Hause, einige wurden bereits im letzten Jahr von ihren Besitzern eingestellt. Das Ehepaar Markus und Anja Bach hat sich einen Traum verwirklicht und gleichzeitig für die eleganten Vierbeiner einen neuen Lebensmittelpunkt geschaffen.

Der richtige Ort

Für einen Pensionsbetrieb an sich nichts Besonderes, könnte man meinen. Doch das Konzept der Bachs trägt mehr als nur ein Alleinstellungsmerkmal. Aber nun der Reihe nach.  Nach dreijähriger Vorbereitung fiel mit dem ersten Spatenstich im Juni 2010 der Startschuss. Markus Bach und seine Frau waren von Anfang an überzeugt, den richtigen Ort und den richtigen Zeitpunkt für ihr  Projekt gefunden zu haben. Immerhin schwebte im Jahr der Entscheidungen die Wirtschafts- und Finanzkrise über Deutschland herein. Sie bestimmte den Kurs und legte den Branchen eine gewisse Zurückhaltung auf.

Pferdegerecht

Das Ehepaar Bach startete durch, denn die Pferdewelt ist stets in Bewegung und dabei auf der Suche nach einer artgerechten Haltung. Im Landgut am Hochwald wird man fündig. „Wir bieten in einem Aktivstall eine Haltung, die den ursprünglichen Bedürfnissen des Pferdes nach viel Bewegung und Herdenanschluss gerecht wird. Natürlich geht es immer darum, was ich als Pferdehalter und Reiter für mein Pferd will“, erzählt Markus Bach (45), der aus langjähriger Erfahrung weiß, der Weg zu einem entspannt-glücklichen Pferd ist machbar. Schafft man nämlich ein entsprechend großzügiges Umfeld mit Licht, Luft und viel Bewegung, ohne Boxen, Gitter und Einsamkeit, hat das Tier den Himmel auf Erden.

Neue Pferdewelten

Pferdehalter merken schnell den Unterschied. Zwischen der herkömmlichen Boxenhaltung und dem Aktiv-Stall liegen Welten. „Das Pferd ist ausgeglichen, weil es sich den ganzen Tag bewegt, demzufolge ist es  robuster und weniger anfällig. Als Herdentier ist es im ständigen Kontakt mit seinen Artgenossen“, sagt Anja Bach (41). Weitere Vorteile: Durch optimale Fütterung und ausreichende Bewegung treten die sonst häufig vorkommenden Krankheitsmerkmale kaum auf.

Luft, Licht und Bewegung

Die drei Element Luft, Licht und Bewegung wurden zur konsequent umgesetzten Planungsvorgabe – und das bis zum letzten Augenblick.  Gleichzeitig setzen die Bachs die aktuelle EU-Leitlinie für Pferdehaltung um. „Uns geht es um den respektvollen Umgang mit dem Pferd“, fügt Anja Bach hinzu.

Das Ehepaar Bach hat viel gewagt, um das 7,5 Hektar große Anwesen, den ehemaligen Gipkes-Hof, nach ihren Wünschen zu gestalten. Das große Wohnhaus verfügt neben Büros über Seminarräume, die sich für alle Fortbildungsmaßnahmen in ländlichem Ambiente eignen. Gastronomisches Herzstück ist jetzt das Landcafé Rosengarten mit einladender Außenfläche mitten im Grünen. Das Küchenteam bietet regionale Produkte und eine abwechslungsreiche Karte mit niederrheinischen Gerichten und hausgemachtem Kuchen. Der Gast steht im Mittelpunkt. Jubiläen, Hochzeiten und andere Familienfeiern wie betriebliche Fortbildungsmaßnahmen sind möglich. Das Landgut verfügt momentan über zwei Pensionszimmer.

Nur wenn alle an einem Strang ziehen, sind solche Projekte zu schaffen. Markus und Anja Bach hatten gute Startbedingungen. Die Zusammenarbeit mit der Gemeinde Sonsbeck und der Volksbank Niederrhein als Finanzpartner war stets zielorientiert.

Preview-Tag

Neugierig machte bereits die Bauphase. Und natürlich wollten nicht nur die Sonsbecker wissen, wie es an der Marienbaumer Straße mit dem Bau und den Pferden klappt. Einen ersten Eindruck bekamen Pferde-Interessierte Ende Oktober beim Preview-Day. Der Besucherstrom riss nicht ab, das Programm mit  Vorführungen begeisterte.  Es gab in jedem Fall viel zu sehen. Den Fachsimpeleien war Tür und Tor geöffnet.

3500 Quadratmeter große drainierter Sandpaddocks, Liegehallen mit Sonnenvordächern, intelligente, computergestützte  Futterstationen sowie großzügige Weideflächen sorgen immer wieder für Gesprächsstoff.

Gesprächsthema Fütterung

Die Fütterung ist und bleibt dabei ein Gesprächsthema. „Das Pferd trägt ein Halsband mit Chip. Der Zugang zur Futterstation wird gelenkt. Und wer will, kann das Treiben seines Vierbeiners von zu Hause aus via Internet verfolgen“, erläutert Markus Bach das Modell.

Die Vorteile des Hit-Aktivstalls liegen auf der Hand. „Es bleibt jede Menge Zeit für das Pferd übrig, die man in der angrenzenden Reithalle beim Training oder beim Ausritt im nahegelegenen Hochwald verbringen kann“, meint Anja Bach. Das Aktivstall-Prinzip eignet sich speziell für Pferde mit Atemwegserkrankungen und Störungen des Bewegungsapparates.

Überzeugt ist längst die ehemalige Dressurreiterin und vierfache Olympiasiegerin Nicole Uphoff-Selke, die ihr Pferd dort bereits eingestellt hat und auch in Workshops, Lehrgängen und Seminaren zu erleben ist.

Breite sportliche Palette

Das Landgut bietet die breite Palette des Reitsports an. „Wir sprechen Reiter an, die die Aus- und Weiterbildung suchen, andere, die wieder mit dem Reitsport anfangen möchten und solche, die gerade erst anfangen“, meint Markus Bach.

Das Landgut Cavalleria liegt am Euregio-Reitweg und ist ideal für Wanderreiter. Auch wer kein Pferd besitzt, sondern eher die niederrheinische Landschaft per Drahtesel als Pedalritter erkunden möchte, wird sich im Landgut wohlfühlen. Dafür sorgt das Landcafé.

Info
Die ersten Pferde sind bereits eingezogen. Der Stall bietet 30 Pferden Platz. Weitere Infos und Veranstaltungstermine unter www.cavalleria.de oder 02843 - 4979720