Spirit of Spice

Die Welt der Gewürze


Text: Sabine Hannemann | NiederRhein Edition 02/2012 | Fotos: Thomas Momsen

In Willich, im Gewerbegebiet Stahlwerk Becker, ist die kleine, aber feine Gewürzmanufaktur „Spirit of Spice“ zu Hause. Ute Bornholdt, Marilena Schneider und Edgar Wolter mischen nach ihren Rezepturen Gewürze.


Gewürze sorgen immer für Geschmackserlebnisse – Ute Bornholdt und Edgar Wolter haben mit ihrer Leidenschaft zur Welt der Kräuter ein Unternehmen gegründet. Liebe zum Geschmack, Mut zur neuen Interpretation von alten Gewürzrezepten treibt sie an. Immer wieder tüfteln und experimentieren sie, bis eine Gewürzmischung richtig rund ist. „Man hat Vorstellungen im Kopf, wie es schmecken soll“,  meint Ute Bornholdt, die ganz nebenbei passionierte Köchin ist und weiß, wovon sie spricht.

Urlaubserinnerungen

Die richtige Mischung macht es, krönt ein Essen, weckt Urlaubserinnerungen, beispielsweise an bella Italia, an sonnenverwöhnte Tomaten, Spaghetti, an Basilikum, an Knoblauch. Eben einfach mediterran. „Die italienische Küche ist bei uns in Deutschland etabliert, zudem sind Olivenöle selbstverständlich“, meint Ute Bornholdt. Ein Döschen „pasta e basta“ kommt da gerade recht wie auch die Gewürzmühle mit „bella donna“, der Renner im Sortiment. Sie sorgen für italienische Lebensart aus dem Kochtopf. Angefangen hat die Manufaktur 2007 in den Holterhöfen, seit 2010 ist das Willicher Gewerbegebiet Stahlwerk Becker die Produktionsstätte von „Spirit of Spice“, der Gewürzmanufaktur. Vielleicht haben gerade runde Geburtstage etwas Motivierendes. Zumindest meint das Ute Bornholdt, die ihren alten Beruf im pharmazeutischen Bereich zu dem Zeitpunkt an den Nagel hängte. Edgar Wolter zog mit, die hochdotierte IT-Branche gehört der Vergangenheit an. Und als Elektroningenieur bringt er sein Wissen heute in den eigenen  Betrieb ein.

 

100 Prozent Natur

Von Anfang an setzten sie auf höchste Qualität, auf 100 Prozent Natur. Das heißt ohne Glutamat und Hefeextrakte, Konservierungs- und Trennmittel, keine künstlichen Zusätze und Rieselhilfen, keine Aromen und Farbstoffe. Das Spirit of Spice Qualitätsverständnis ist einfach wie überzeugend. „keine Chemie, sondern nur reine Gewürze in der bester Qualität“, versichert Edgar Wolter. „Chemische Zusätze und künstliche Aromen haben in unseren Produkten nichts zu suchen. Wir setzen auf Transparenz und größte Sicherheit und lassen uns dabei gerne zuschauen.“

Transparenz und Nachhaltigkeit

Transparenz gehört zur Philosophie des Betriebes. Man hat den direkten Blick in die Produktion, in der zehn Mitarbeiter die verschiedenen Kräuter mischen und abfüllen. Ute Bornholdt: „Bei uns wird handverlesen.“ Durchsichtig sind die kleinen praktischen Gläschen mit Mahlwerk. „Allein das Aroma überzeugt“, meint Edgar Wolter. Zur Transparenz gesellt sich die Nachhaltigkeit auch für die Produkte aus der Manufaktur. Die Gewürzmühlen sind nachfüllbar. Nachschub kommt aus den praktischen Nachfüllkartons. Ein Beitrag zum Umweltschutz.

Die Gewürze stammen aus Gewürzländern wie Indien, Südafrika, Mexiko und dem asiatischen Raum, Lavendel und Thymian aus dem Mittelmeerraum. Zu den klassischen Gewürzmischungen gehört beispielsweise „ras el hanout“ für die afrikanische Küche, oder „garam masala“, eine indische Gewürzmischung. In den Herbst- und Wintermonaten sind es die typischen Gewürzmischungen Kardamom, Nelke und Zimt, „mother earth“ ist dann eine angesagte Wahl. Warm und kräftig im Geschmack, duftender Koriander, wärmender Ingwer, Muskat, Nelke, Anis und Zimt. Ideale Begleiter für Kartoffelgerichte, Aufläufe und Raclette heißt es auf dem Etikett. Für Naschkatzen ist „arabian nights“ die perfekte Mischung … mit Schokolade, Kardamom, Zimt, Kandis und Orange. „Ideal für Pfannkuchen, Milchreis, Bratäpfel und Milchkaffee“, schwärmt Ute Bornholt.

Mittlerweile sind sieben Jahre ins Land gezogen. „Wir hätten nicht gedacht, dass uns der Start so glückt“, meint Edgar Wolter heute. Zu den Gewürzmischungen sind andere Produktlinien gekommen. Verschiedene Zuckermischungen für Desserts, Dekorationsblüten, viele ausgesuchte Chilis und Pfeffer aus den besten Anbaugebieten wie der Malabar-Küste, der Kampot-Region oder echter Tellicherry-Urwaldpfeffer. Ebenfalls das Ergebnis von kreativen Kochabenden sind Risotto-Gerichte, praktisch abgepackt mit den dazugehörigen Gewürzen als Kürbis-Risotto und Kirsch-Curry. Überzeugendes Tischvergnügen, das im Nu zubereitet ist.

Grubensalz

Ute Bornholdt, Marilena Schneider und Edgar Wolter sind auf Genießermessen anzutreffen. Der Austausch ist ihnen wichtig, der Kontakt zu den Kunden unersetzbar. Direktes Feedback ist dann sicher, aber auch kleine Geschichten zu ihren Produkten. So zu den Salzen aus reinen Natursalzen und Salzmischungen. Wie wäre es mit Vanillesalz oder Hibiskussalz? Dazu zählt beispielsweise auch das schwarze Hawaiisalz, ein hochdotiertes Gourmetsalz. Das Geheimnis ist schnell gelüftet, wie Ute Bornholdt auch aus ihrem vorherigen Berufsleben weiß. Feinste medizinische Aktivkohle macht das Salz fast schwarz. Was läge da näher, das eigene Produkt in Anlehnung an das Revier „Grubensalz“ zu nennen? Es wird im Sozialpsychiatrischen Zentrum (spz) in Leverkusen produziert, wo Menschen mit Handicaps oder psychischen Erkrankungen betreut leben und arbeiten. Zwei Euro für jedes hergestellte Grubensalz gehen somit als Spende an die Organisation. Ein gern gekauftes Produkt, das sich auch gut verschenken lässt. „Als ein älterer Herr auf einer Messe gleich eine größere Menge kaufte, wolle ich es genau wissen, und fragte nach“, erinnert sich Ute Bornholdt. Die Antwort kam vom Messegast prompt. „Alles auf Bestellung. Für meine älteren Freunde, die dann genau sehen, wie viel Salz sie sich auf ihr Frühstücksei streuen.“

Viele Ideen

Ideen für weitere, neue kreative Mischungen sind zur Genüge vorhanden und werden verwirklicht. Genießer finden sie dann in den gläsernen Gewürzmühlen, in Salzen, Barbeque-Gewürzmischungen, Risottos oder auch Gewürz-Geschenksets – passend für die verschiedenen Gelegenheiten, wieder. Manchmal spielt auch Kollege Zufall mit, wie beim Zitronenpfeffer, der frei von Ascorbinsäure und Geschmacksverstärkern ist. Zitrone-Myrthe mit Tellicherry-Pfeffer, Zitronenschale und Hibiskusblüte sorgen für den unverwechselbaren Geschmack bei Fleisch, Fisch und Gemüse.

Die verschiedenen Produkte gibt es bei Fach- und Feinkosthändlern. Betriebsbesichtigungen nach Vereinbarung sind möglich. Spirit of Spice, 47877 Willich, Drahtzieherweg 3, Telefon 02154/8862-86. Bei der Suche nach einem Geschäft in Ihrer Nähe hilft die Homepage www.spirit-of-spice.de.