Wechsel in der Lüttelforster Mühle: Lena Korth und Andreas Janke übernehmen den Landgasthof an der Schwalm.

Der bisherige Inhaber Dirk Zimmermann ist in den Ruhestand gegangen. „Ich bin glücklich, mit Lena Korth und Andreas Janke Nachfolger gefunden zu haben, die aufgrund ihrer Ausbildung, ihrer Ideen und ihrer regionalen Nähe ein neues Kapitel in dieser einmaligen Gastronomie aufschlagen können“, sagt der 65-Jährige. Dirk Zimmermann hat die erstmals im Jahr 1456 erwähnte Lüttelforster Mühle mit dem bereits verstorbenen Kompagnon Norbert Pflippen im Jahr 2005 erworben und das denkmalgeschützte Backsteingebäude unter Einbezug der historischen Scheune behutsam saniert.

„Nach 16 erlebnisreichen Jahren muss auch mal Schluss sein“, sagt der Niederrheiner. Damit erlebt die Lüttelforster Mühle in gut 120 Jahren als Gaststätte nunmehr die fünften Inhaber. „Wir sind uns der Tradition dieses Hauses bewusst, wollen es wieder zu alter Stärke führen und auch eine neue Note reinbringen“, sagt Lena Korth. Die 28-Jährige ist Niederkrüchtenerin und kommt wie ihr zwei Jahre älterer Lebensgefährte vom Fach. Beide haben den Bachelor in International Hotel Management absolviert. Das Paar hat Erfahrung in renommierten Häusern, in Sterne-Restaurants gearbeitet und Stationen wie Kanada, Schweiz, Spanien und diverse Standorte in Deutschland hinter sich. Andreas Janke, der aus Bremerhaven stammt, hat seine Partnerin an der Hotelfachschule Les Roches Marbella an der südspanischen Costa del Sol kennengelernt. Beide haben in Andalusien ihre akademischen Abschlüsse gemacht.

„Wir sind viel herumgekommen, aber ich wollte immer zurück an den Niederrhein“, sagt Lena Korth. Ihre erste Selbstständigkeit mit der Lüttelforster Mühle nah am Elternhaus kommt nicht von ungefähr. Dort hat sie ihren 18. Geburtstag gefeiert, ihre Oma ihr 80. Wiegenfest.  Außerdem ist mir die Närrische Lü ein Begriff“, sagt die Niederkrüchtener Karnevalsprinzessin von 2012/13. Da auch der persönliche Kontakt zu Dirk Zimmermann über Verwandte – insbesondere den 2019 verstorbenen Niederkrüchtener Brauchtumspfleger Heinz Classen - gegeben war, ist man sich in der Übergabe schnell einig geworden.

„Wir möchten das Potenzial der Lüttelforster Mühle weiterentwickeln“, betont Andreas Janke, der wie seine Partnerin von der charmanten Hotellerie begeistert ist. Bis zur Eröffnung im Sommer will das Inhaberpaar die Zeit nutzen, die Pandemie-Vorkehrungen voranzutreiben, sprich die Hygieneschutzmaßnahmen zu intensivieren. Die Außengastronomie steht vor diesem Hintergrund im Fokus. Zunächst wird der Biergarten vorne eröffnet. Insbesondere die hinter dem Haus gelegene Schwalmterrasse, die bislang weitgehend ungenutzt gewesen ist, hat das Duo perspektivisch für das Frühjahr 2022 im Blick. „Wir wollen dort ein junges Publikum ansprechen - modern und aufgeschlossen“, sagt Lena Korth.

Bewusst ist sich das Paar auch, dass eine Gastronomie im sensiblen Gebiet Naturpark Schwalm-Nette viel Augenmerk auf Ökologie und nachhaltiges Wirtschaften erfordert. „Wir wollen die umweltfreundliche Linie fortsetzen. Ziel ist, die NRW-Goldmedaille wieder zu gewinnen“, so Lena Korth. Die ersten Gespräche mit der Gemeinde Schwalmtal und den Naturschutzbehörden seien bereits erfolgt.

Für Zweiradfahrer und Wanderer soll die Lüttelforster Mühle grenzüberschreitend ein noch beliebterer Anlaufpunkt werden. Die Küche bleibt appetitlich breit aufgestellt - Schwerpunkt gutbürgerlich deutsch mit jungem Pfiff. „Wir möchten neben den traditionellen Gerichten neue kulinarische Akzente setzen“, sagt Andreas Janke. Regionale Produkte und Lieferanten aus der Nachbarschaft stehen dabei im Fokus: Heimat Nah Kochen. Brunch am Wochenende und Kuchenzeit sind ebenso angedacht wie Themenabende oder Mottowochen. Events werden eine noch größere Rolle spielen - inklusive Hochzeiten, Firmen-Meetings, Seminare und Rückzugs-Workshops für Unternehmen zur Ideenfindung im Herzen von Mutter Natur.

„Wir freuen uns riesig auf die Herausforderung“, betont Andreas Janke. Den Elan wollen sie sich in den anstrengenden Wochen bis zur Eröffnung und darüber hinaus erhalten - von der Teambildung in Küche und Service über die Produktfindung, was zur Mühle mit ihrem urigen Ambiente passt, bis hin zum Kontakt zu den örtlichen Organisationen wie Vereinen, Nachbarschaften, Brauchtums- und Kulturfreunden sowie Stammgästen, Partnern, Dienstleistern und Freunden des Hauses. „Und wir sind sehr gespannt auf die Gäste und deren Eindrücke“, sagt Lena Korth. Beide setzen auf Transparenz wie Austausch.

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