00-Laschet

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Wer wäre als Spitzenagent der Bundesrepublik wohl besser geeignet als Armin Laschet? Nun, vermutlich sehr viele Menschen.
Armin freut sich wie ein Schneekönig, dass er nicht Kanzler geworden ist, sondern Bundespräsident sein darf. Doch schon am ersten Tag erfährt er, dass tief unter dem Schloss Bellevue die Zentrale des geheimsten Geheimdienstes der Welt liegt. Und er als Bundespräsident in Wahrheit nur eine Aufgabe hat: Agenten an Orte zu bringen, an die sie sonst nicht gelangen würden. Sogleich muss der überforderte Armin mit einer jungen Topagentin die Menschheit vor der Auslöschung retten. Sein Abenteuer führt ihn ins Schloss Windsor, an die Côte d´Azur, nach Grönland, in den Vatikan und sogar in die Arme des Popstars Madonna. Und so erstaunlich es auch ist: Die einzige Hoffnung auf ein Überleben der Welt trägt den Namen 00-Laschet!
Mein Fazit
Ich mag die Geschichten, die David Safier sich so zurechtspinnt. Ob Mieses Karma, Jesus liebt mich, Plötzlich Shakespeare, Aufgetaut oder die Miss Merkel-Reihe – seine Bücher sind oft herrlich absurd, manchmal ziemlich schräg und gerne auch mal nah am Slapstick. Und trotzdem ist da fast immer mehr.
Genau das mag ich an ihm: Bei allem Humor schwingt auch Tiefgang mit. Seine Geschichten amüsieren mich, aber sie berühren mich eben auch. Und meistens steckt hinter dem ganzen Irrsinn noch eine zweite Ebene, die dafür sorgt, dass die Figuren nicht einfach nur durch den Kakao gezogen werden. Safier darf übertreiben, zuspitzen und seine Figuren in die absurdesten Situationen schicken – trotzdem bleibt sein Blick auf sie respektvoll und liebevoll.
Bei 00-Laschet ist die Ausgangsidee schon wieder typisch Safier: Armin Laschet wird Bundespräsident und erfährt, dass sich tief unter Schloss Bellevue die Zentrale eines streng geheimen Geheimdienstes befindet. Plötzlich ist er nicht nur Staatsoberhaupt, sondern Teil einer Agentenwelt, die ihn unter anderem nach Schloss Windsor, an die Côte d’Azur, nach Grönland und in den Vatikan führt.
Natürlich ist das Ganze völlig überzogen – und genau deshalb funktioniert es. Safier spielt mit James-Bond-Klischees, politischer Prominenz und der Vorstellung, ausgerechnet Armin Laschet zum Geheimagenten zu machen. Das ist stellenweise herrlich albern, hat Tempo und lebt stark von dieser Mischung aus politischer Satire und Agentenparodie.
Was ich dabei wieder typisch Safier finde: Er macht aus Armin Laschet zwar eine herrlich überzeichnete Figur, behandelt ihn aber nie hämisch. Der Humor funktioniert für mich gerade deshalb so gut, weil man nicht das Gefühl hat, hier werde einfach nur auf Kosten einer realen Person gelacht. Hinter dem Klamauk steckt immer wieder etwas Menschliches, und genau das verhindert, dass die Geschichte zu einer einzigen Nummernrevue wird.
Für mich ist 00-Laschet deshalb wieder genau diese besondere Safier-Mischung: absurd, unterhaltsam, manchmal ziemlich drüber – und trotzdem mit genug Herz und Tiefgang, dass mehr hängen bleibt als nur der nächste Gag. (SoRa)
Über den Autor
David Safier, 1966 geboren, zählt zu den erfolgreichsten Autoren der letzten Jahre. Seine Romane, darunter «Mieses Karma», «Jesus liebt mich», «Happy Family» und «MUH!» erreichten Millionenauflagen im In- und Ausland. Der erste Band seiner Krimireihe rund um die Ex-Kanzlerin gehört zu den bestverkauften Büchern des Jahres 2021. Als Drehbuchautor wurde David Safier unter anderem mit dem Grimme-Preis sowie dem International Emmy ausgezeichnet. Er lebt und arbeitet in Bremen, ist verheiratet und hat zwei Kinder.






























