Perfect Holiday

von Emy McGuire

Eine Luxusyacht. Eine verschwundene Familie. Ein Ozean voller Geheimnisse ...

Vor der Küste Floridas findet ein Fischer eine luxuriöse Segelyacht, die menschenleer im Ozean treibt. Schnell wird klar, wem sie gehört: dem schwerreichen Reedereibesitzer Francis Cameron und seiner Frau Lila, einer berühmten Schauspielerin. Drei Wochen zuvor sind Francis und Lila mit ihren 17-jährigen Zwillingen zu einem großen Segeltörn aufgebrochen, um deren Highschool-Abschluss zu feiern. Doch nun ist die ganze Familie Cameron spurlos verschwunden, ebenso wie die Crew. Was ist mit ihnen passiert? Welche Geheimnisse birgt die Luxusyacht? Und was ist gefährlicher: ein stürmischer Ozean – oder die eigene Familie?

Mein Fazit

Perfect Holiday hat mich nicht sofort gepackt. Die Ausgangslage mit der herrenlos treibenden Yacht klingt spannend, aber ich musste erst einmal in die Geschichte hineinkommen und verstehen, wer hier eigentlich wer ist. Denn die Dynamik innerhalb dieser Familie und ihres Umfelds ist schon eine ganz eigene.

Nach und nach wird deutlich, dass hinter der vermeintlich perfekten Fassade ziemlich viel im Argen liegt. Die Beziehungen sind toxisch, die Verstrickungen kompliziert, und besondere Sympathie habe ich eigentlich für niemanden empfunden. Eher im Gegenteil. Diese Konstellationen sind stellenweise sogar anstrengend beim Lesen, weil so viel Unausgesprochenes, Manipulation und gegenseitige Abhängigkeit mitschwingt.

Auch der Aufbau braucht seine Zeit. Mir hat sich manches zunächst ein wenig gezogen. Aber irgendwann kommt der Punkt, an dem man einfach wissen will, was auf dieser Yacht tatsächlich passiert ist. Und genau da entwickelt die Geschichte ihren Sog.

Was mir außerdem gefallen hat: Perfect Holiday liest sich sehr flüssig. Daran hat natürlich auch Ann-Kathrin Schwarz ihren Anteil, die den Roman ins Deutsche übersetzt hat. Gerade bei einer Geschichte mit verschiedenen Figuren, Beziehungen und Zeitebenen macht das viel aus – und trägt für mich auch dazu bei, dass man trotz des eher langsamen Aufbaus gut dranbleiben kann.

Im letzten Drittel nimmt Perfect Holiday dann deutlich Fahrt auf. Die Zusammenhänge werden klarer, manches bekommt plötzlich eine ganz andere Bedeutung und es gibt Wendungen, mit denen ich so nicht gerechnet hätte.

Für mich ist Perfect Holiday kein Thriller im klassischen Sinne, sondern eher ein Drama mit Thriller-Elementen, bei dem man ein bisschen Geduld mitbringen muss. Wer sofort Tempo und Action erwartet, könnte sich am Anfang etwas schwertun. Wer aber Lust auf ein ziemlich toxisches Familiengeflecht, Geheimnisse und überraschende Wendungen hat, dürfte hier gut aufgehoben sein.

Mich hat vor allem dieses Bedürfnis drangehalten, endlich zu verstehen, was auf der Yacht passiert ist. Das Ende ist dann durchaus überraschend, für meinen Geschmack aber auch recht abrupt – gerade weil man sich bis dahin doch ziemlich lange durch die Geschichte gearbeitet hat. (SoRa)

Über die Autorin

Emy McGuire hat in Florida Theater, Tanz, Performance und Kreatives Schreiben studiert. Sie lebt in Colorado und arbeitet seit zehn Jahren als Schauspielerin. Daneben schreibt sie Drehbücher und Musicals. Sie ist selbst begeisterte Seglerin und hat unter anderem den Atlantik überquert. »Perfect Holiday« ist ihr Thrillerdebüt.

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