Das Geheimnis der Frauen

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Nach einem Streit hat Lulu ihre Karriere als Köchin in einem Sylter Nobelrestaurant beendet – und die Beziehung zu ihrem Chef gleich mit. Mit 34 muss sie nun von vorne anfangen und kehrt zurück in ihren kleinen Heimatort im Westerwald, wo ihre Eltern die Dorfkneipe führen. Hier scheint die Zeit stehen geblieben, und doch beschließt Lulu zu bleiben, um dem Wirtshaus mit ihrer Schwester und ihrem Großvater Max neues Leben einzuhauchen. Als sie kurz nach ihrer Ankunft auf einen Stapel ungeöffneter Briefe stößt, weckt Max' rätselhafte Reaktion Lulus Neugier. Sie kann nicht ahnen, dass das jahrzehntelang gehütete Geheimnis ihrer Familie ihrem Leben eine schicksalhafte Wendung geben wird. Alles begann 1945 mit dem Absturz eines britischen Piloten, als im Dorf nur noch Frauen übrig waren …
Mein Fazit
In Das Geheimnis der Frauen geht es um eine Rückkehr, die nicht freiwillig geschieht, um einen Ort, an dem mehr bewahrt wird als bloße Erinnerungen, und um Schicksale und Geschichten, die weit bis in die Gegenwart hineinwirken.
Lulu kehrt nicht in den Westerwald zurück, weil sie das möchte, sondern weil das Leben sie dazu zwingt. Nach einem Bruch steht sie plötzlich wieder dort, wo vieles begonnen hat – im Dorf, in der Familie, in einer Vergangenheit, die längst nicht so abgeschlossen ist, wie sie vielleicht gehofft hat. Dass ausgerechnet hier, zwischen Dorfkrug, Familie und alten Briefen, etwas ans Licht kommt, das Jahrzehnte zurückreicht, macht für mich den besonderen Reiz dieses Romans aus.
Was mir an diesem Buch besonders gefallen hat: Sonja Roos macht daraus nicht einfach nur eine Familiengeschichte mit Geheimnis, sondern einen Roman über Frauenleben, über das, was getragen, ausgehalten, verschwiegen und weitergegeben wird. Gerade die Verbindung der Zeitebenen gibt der Geschichte Tiefe. Gleichzeitig ist der Roman bei aller Tragik nicht schwer oder erdrückend. Im Gegenteil: Es schwingt immer wieder Spannung mit, weil man natürlich wissen will, was hinter den Briefen steckt und wie alles zusammenhängt. Und auch ein gewisser Humor fehlt nicht. Genau das mochte ich sehr.
Lulu selbst mochte ich als Figur, weil sie nicht geschniegelt und souverän in diese Geschichte hineingeht, sondern aus einer Situation heraus, in der in ihrem eigenen Leben bereits vieles ins Wanken geraten ist. Umso schöner ist es, dass sie mit ihrer Schwester jemanden an ihrer Seite hat, der ziemlich genau weiß, was sie will und Lulu auch mal in die Richtung schubst, die ihr guttut. Und auch Opa Max bringt etwas Warmes in diese Geschichte, weil er mit viel Feingefühl genau weiß, wie er seine Enkelinnen nehmen muss.
Eine klare Leseempfehlung für alle, die Familiengeschichten mögen, in denen nicht nur etwas enthüllt, sondern auch emotional etwas in Bewegung gesetzt wird. (SoRa)
Über die Autorin
Sonja Roos, 1974 geboren, wuchs in einem kleinen Dorf im Westerwald auf. Sie studierte Germanistik und Anglistik und arbeitete als Redakteurin und Kolumnistin bei der Rhein-Zeitung. Sonja Roos lebt heute mit Mann, drei Töchtern und zwei Hunden in ihrer alten Heimat, dem Westerwald.






























