Entführung im Himmelreich

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Wer Mord im Himmelreich gelesen hat, weiß: Hier treffen Seeufer, Camperalltag und ein Hauch kriminalistische Unruhe aufeinander. Das ist auch im zweiten Band nicht– zu Björn Kupernikus, dem eigenwilligen Hobbyermittler mit Hang zur Beobachtung, und zu Annabelle, der Künstlerin aus der Nachbarschaft, die ihn immer wieder aus seiner selbstgewählten Zurückgezogenheit lockt.
Diesmal sorgt ein ganz alltägliches Problem für Aufregung: Es gibt keine Brötchen. Der Bäcker ist verschwunden und mit ihm nicht nur der Mann, der die Camper mit frischen Brötchen versorgt, sondern auch ein Stück Alltag im Himmelreich. Als Björn Kupernikus den Lieferwagen des Vermissten am Seeufer entdeckt, dazu Schuhe am Wasser, scheint der Fall für die Polizei zunächst klar. Doch Björn Kupernikus, der Ex-Schauspieler, selbtsernannter Vagabund und Hobbyermittler wider Willen, glaubt nicht daran. Sein Bauchgefühl sagt ihm, dass mehr dahintersteckt. Gemeinsam mit Annabelle, einer Künstlerin aus der Nachbarschaft, beginnt er Fragen zu stellen. Und wie so oft führt eine kleine Irritation plötzlich in eine viel größere Geschichte.
Was mir an diesem zweiten Band besonders gefallen hat: Man fühlt sich sofort wieder zu Hause. Die Figuren sind vertraut, ihre Eigenheiten bekannt, und genau darin liegt ein Teil des Charmes. Kupernikus bleibt der Mann, der eigentlich seine Ruhe haben möchte und dann doch wieder mitten im Geschehen steckt. Annabelle ist dabei der Gegenpol: neugierig, offen, mit einem Gespür für Menschen. Der Campingplatz selbst wirkt fast wie eine eigene kleine Welt. Menschen mit Gewohnheiten, kleinen Geheimnissen und ganz unterschiedlichen Lebensentwürfen. Genau diese Mischung macht für mich den Reiz der Geschichte aus.
Andreas Winkelmann erzählt das Ganze mit einem Ton, der leicht bleibt, ohne belanglos zu wirken. Es gibt humorvolle Dialoge, kleine Spitzen und immer wieder Momente, in denen man schmunzeln muss, gerade weil die Figuren so menschlich wirken. Gleichzeitig entwickelt sich der Fall Schritt für Schritt zu einem Rätsel, das sich erst nach und nach öffnet. Das Buch lebt dabei weniger von Härte oder Schockmomenten als von Atmosphäre, Figuren und der Frage, was hinter dem Verschwinden des Bäckers wirklich steckt.
Für mich funktioniert dieser Roman vor allem über sein Gefühl. Es ist kein Krimi, der laut sein muss, um Spannung zu erzeugen. Vielmehr entfaltet sich die Geschichte zwischen Gesprächen, Beobachtungen und dem leisen Verdacht, dass hinter der Idylle mehr in Bewegung ist, als man zunächst ahnt. Man muss den ersten Band aber nicht zwingend gelesen haben, sondern kann auch ohne Probleme mit Entführung im Himmelreich beginnen.
Mein Fazit:
Entführung im Himmelreich ist ein unterhaltsamer, atmosphärischer Krimi mit sympathischen Figuren, Humor und genau der richtigen Portion Spannung. Wer Mord im Himmelreich gern gelesen hat, wird auch diesen zweiten Besuch im Himmelreich genießen. Ein schönes Wiedersehen mit vertrauten Figuren und eine Geschichte, die sich angenehm wegliest, ohne flach zu sein. (SoRa)
Über den Autor
Andreas Winkelmann, Jahrgang 1968, ist der geborene Geschichtenerzähler. Schon als Schüler schrieb er erste Romane in Mathematikhefte. Von dort bis zum Bestsellerautor brachte er ein buntes und bewegtes Berufsleben hinter sich. So war er Bäcker, Soldat, Fitnesslehrer, Taxifahrer, Versicherungsverkäufer und arbeitete in einer Honigfabrik.
Ob spannende Thriller, Abenteuersachbuch, Romane oder Cozy-Crime: Schreiben ist seine Leidenschaft. Genauso leidenschaftlich bereist er die Welt. Zu Fuß, auf dem Fahrrad oder mit dem Camper. Daher kennt er sich aus mit dem Leben in der Wildnis und auf dem Campingplatz. Gerade dort, so findet er, kann man skurrile, kuriose, herzliche, kauzige oder exzentrische Menschen beobachten, und so gibt es kaum einen anderen Ort, an dem sich Allzumenschliches und ungeahnte Abgründe derart verdichten.






























