Die unrechte Vergeltung am IJsselmeer

von Doris Althoff

Schluss mit Mord und Totschlag – das hat sich Wallis Windsbraut für den Rest ihres Sabbatjahres am IJsselmeer fest vorgenommen. Die deutsche Hauptkommissarin wollte Abstand gewinnen, zur Ruhe kommen, durchatmen. Ein kleines Chalet am Wasser, Wind, Weite, Zeit für sich.
Doch dieses Vorhaben hat bisher nur mäßig funktioniert.

Kaum angekommen, stolpert Wallis in ihrem ersten Fall über eine Leiche und gerät selbst unter Mordverdacht. Kurz darauf jagt sie gemeinsam mit ihren niederländischen Kollegen einen Serienmörder – inklusive akuter Lebensgefahr. Damit soll nun endgültig Schluss sein. Und wie, um diesen Entschluss zu unterstreichen, macht sich Wallis auf den Weg zu einem wunderbar rockigen Livekonzert im Café Brakeboer in Medemblik. Der Morgen danach beginnt allerdings alles andere als ruhig: Wallis erwacht am Strand. Die Erinnerungen an die Nacht sind bruchstückhaft, ihr alter Opel Kapitän – der geerbte Leichenwagen ihres Vaters – ist spurlos verschwunden. Und auch von Gerichtsmediziner Daan Maartens fehlt jede Spur. Mordfreie Auszeit? Fehlanzeige.

Ich mag Wallis Windsbraut. Ich mag das IJsselmeer und die besonderen Orte, die diese Region ausmachen. Und ich mag Doris Althoff. Man spürt beim Lesen, dass sie diese Gegend kennt. Dass sie nicht nur recherchiert, sondern erlebt hat, wie das Licht über dem Wasser liegt. Die kleinen Häfen, die Cafés, die Wege zwischen Dünen und Deichen, all das wirkt nicht wie Kulisse, sondern wie ein vertrauter Raum.

Ihr Schreibstil ist lebendig, atmosphärisch und dabei angenehm unaufgeregt. Sie baut Spannung gekonnt auf, erzählt kurzweilig und unterhaltsam, ohne den roten Faden zu verlieren – fundiert, aber nie überladen.

Die unrechte Vergeltung am IJsselmeer ist ein dritter Band, der vieles in Bewegung bringt. Auch wenn sich Wallis’ Sabbatjahr langsam dem Ende nähert, hofft man als Leserin oder Leser, dass diese Reihe noch lange nicht auserzählt ist. Neben Wallis sind einem auch Fleur van den Berg und Ton Gerritsen längst ans Herz gewachsen – Figuren mit Tiefe, Ecken und Entwicklungspotenzial.

Was in Band drei angestoßen wird, schreit förmlich nach Fortsetzung. Und man wünscht sich sehr, dass Wallis Windsbraut dem IJsselmeer – und uns – noch eine Weile erhalten bleibt. (SoRa)

 

Der stumme Tod am IJsselmeer | Band 1 | von Doris Althoff
Der mörderische Verrat am IJsselmeer | Band 2 | von Doris Althoff
Die Unrechte Vergeltung am IJsselmeer | Band 3 | von Doris Althoff

Über die Autorin

Doris Althoff ist Kommunikationswirtin und lebt mit ihrem Mann und ihren beiden Kindern in der ehemaligen Burg Pungelscheid (Sauerland), in deren Burgkeller sie sporadisch auch Lesungen und musikalische Veranstaltungen durchführt. Sie schreibt seit über 20 Jahren in unterschiedlichen Autorengruppen, gewann mehrere Literaturwettbewerbe mit ihren Kurzgeschichten und Krimis, die in vielen Anthologien erschienen sind. 2017 hat sie ein Kinderbuch veröffentlicht, 2023 einen Thriller und im Frühjahr 2024 den ersten Teil der regionalen Krimiserie. So oft wie möglich verbringt Doris Althoff Zeit an ihrem Sehnsuchtsort, dem IJsselmeer, an welchem auch ihre regionale Krimiserie mit Kommissarin Wallis Windsbraut spielt.

 

 

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