Happy Wife

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Verliebt, verlobt, verdächtig
Nora passt nicht nach Winter Park, Florida, wo sich alte Küsten-Elite mit neureichen Influencern mischt. Mit 28 Jahren jobbt sie im Country Club und fragt sich, warum alle anderen auf der Überholspur des Lebens an ihr vorbeiziehen. Ihr Schicksal wendet sich, als sie den deutlich älteren Will trifft: Er ist gutaussehend, reich und frisch geschieden. Hals über Kopf verlieben sich die beiden ineinander und feiern kurze Zeit später eine Hollywood-reife Hochzeit.
Doch dann verschwindet Will nach einer Party spurlos. Der Skandal ist perfekt. Hat er seine junge Frau genauso schnell verlassen, wie er sie geheiratet hat? Ist er schon mit der Nächsten durchgebrannt? Oder ist ihm etwas zugestoßen … Hinter vorgehaltener Hand wird viel getuschelt, und Nora gerät unter Verdacht. Um ihre Unschuld zu beweisen, hat sie nur eine Chance: Sie muss Will finden …
Mein Fazit
Junge zweite Ehefrau, hübsch, vermutlich nur am Geld interessiert – für viele scheint damit schon alles über Nora gesagt zu sein.
Genau das fand ich interessant. Denn Happy Wife lebt für mich nicht nur von der Frage, was passiert ist, nachdem Will nach einer großen Feier plötzlich verschwindet. Genauso spannend ist der Blick auf dieses gesellschaftliche Umfeld in Winter Park: auf Gerüchte, Vorurteile, Statusdenken und darauf, wie schnell aus Vermutungen vermeintliche Gewissheiten werden.
Nora funktioniert für mich dabei sehr gut als Hauptfigur. Sie fügt sich nicht einfach in die Rolle, die andere für sie vorgesehen haben, und gleichzeitig bleibt lange offen, wie viel man ihr eigentlich glauben kann und was in ihrer Ehe mit Will tatsächlich passiert ist.
Die Geschichte wird auf zwei Zeitebenen erzählt und setzt nach und nach das Bild dieser Beziehung zusammen. Dadurch verschiebt sich der eigene Blick auf Nora und Will immer wieder – genauso wie aber auch auf allen anderen, dem Paar nachestehenden Personen. Dazu kommt das Florida-Setting mit Country Club, Wohlstand, schönen Häusern und einer Gesellschaft, in der sehr viel Wert auf den äußeren Schein gelegt wird.
Was mir außerdem gefallen hat: Bei aller Spannung kommt der Humor nicht zu kurz. Vor allem Noras selbstironischer Blick auf sich selbst und auf diesen ziemlich speziellen gesellschaftlichen Mikrokosmos, die kleinen Spitzen und die oft absurden sozialen Dynamiken sorgen dafür, dass man sich beim Lesen durchaus amüsiert. Für mich ist das überhaupt kein Widerspruch zur Spannung – im Gegenteil, genau diese Mischung macht das Buch so unterhaltsam.
Dass Happy Wife dabei so flott und szenisch erzählt ist, überrascht vielleicht weniger, wenn man weiß, dass Meredith Lavender seit vielen Jahren als Fernsehautorin und Produzentin arbeitet. Kendall Shores kommt aus der Kommunikationsbranche. Die beiden lernten sich über ihre Kinder kennen und entwickelten die Idee zu ihrem ersten gemeinsamen Roman bei Spaziergängen – eine schöne Geschichte hinter der Geschichte.
Für mich ist Happy Wife eine sehr unterhaltsame Mischung aus Krimi, Beziehungsdrama und Gesellschaftsbeobachtung. Genau diese Mischung aus Spannung, Humor und diesem ziemlich speziellen gesellschaftlichen Umfeld hat für mich gut funktioniert. (SoRa)
Über die Autorinnen
Meredith Lavender arbeitet seit mehr als zwei Jahrzehnten als Fernsehautorin und Produzentin, zuletzt beim Netflix-Hit The Flight Attendant. Kendall Shore arbeitet seit vielen Jahren in der Kommunikationsbranche, wo sie große Organisationen und Museen in strategischen Fragen berät. Kendall und Meredith leben beide in Atlanta mit ihren Familien und einem trubeligen Rudel an Hunden.






























