Jung-Siegfried erobert die Herzen der Kinder

Ein Bilder-Lesebuch für ausgeschlafene Kinder, das die Großen vielleicht auch einmal ausleihen dürfen: Der Buchneuling „Jung-Siegfried“ mit Illustrationen von Jürgen „Moses“ Pankarz und Texten von Günter Frorath ist frech und witzig sowie jenseits von verstaubter Deutschtümelei. In dem Werk zieht Jung-Siegfried hinaus in die Welt, um seine Abenteuer zu bestehen. Lustige Verse und detailreiche Bilder begleiten den Helden bei seiner Reise zum Drachen. Grundlage ist die Nibelungensage von Siegfried dem Drachentöter. Die mittelalterliche Sagengestalt ist geprägt von übermenschlicher Kraft, Mut, Tapferkeit und Abenteuerlust. Historisches Vorbild für den Siegfried-Mythos könnte der Cherusker Arminius gewesen sein, der im Jahr 9 nach Christus einen Aufstand germanischer Stämme anführte und in der Varusschlacht drei römische Legionen schlug. Das alles reflektieren Moses Pankarz und sein Freund Günter Frorath augenzwinkernd und aus der Perspektive der Kinder.

Wir wollten nun gerne wissen, ob und wie es mit Jung-Siegfried weitergeht. Mit Jürgen „Moses“ Pankarz und Günter Frorath haben wir uns deshalb zu einem gemütlichen Kaffee-Plausch getroffen und dabei so einiges erfahren.

Wie waren die ersten Reaktionen auf Ihren „Jung-Siegfried“?

Jürgen Pankarz „Ich habe viele begeisterte Zuschriften von Familien bis nach Berlin bekommen. Sie schildern mir, wie die Kleinen mit dem Bilderbuch im Bett liegen und nicht mehr die Augen davon lassen können. Dieses Erlebnis stelle ich auch bei meinen eigenen sechs Enkelkindern fest. Einer davon, Leo, hat vor vier Jahren Modell gestanden als Jung-Siegfried - mit Schwert, Schild und Helm aus Pappe. Leo ist jetzt zwölf und blättert immer noch gerne in dem Buch.“   

Corona hat die schöne  Ausstellung im SiegfriedMuseum ein wenig gebremst: Ist an eine Neuauflage gedacht? Vielleicht auch in einer anderen Stadt?

Jürgen Pankarz „Solange Corona uns beschäftigt, sind solche Planungen schwierig. Ein Teil der Ausstellung ist zurzeit in der ständigen Ausstellung des SiegfriedMuseums direkt im Eingangsbereich zu sehen.”

Wird es nach dem „Jung-Siegfried” eine Weiterentwicklung der Nibelungensage geben, vielleicht „Kriemhilds Rache“?

Günter Frorath „Das Nibelungenlied ist ja inhaltlich ein kompliziertes  Gebilde mit vielen unterschiedlichen Personen und nicht ganz einfachen politischen Auseinandersetzungen. Ich denke, dass Kinder mit dem Gesamtwerk überfordert sind. Die relativ kurzen aber plastischen Textausschnitte, die den jungen Siegfried betreffen, haben sich dagegen aus gutem Grund im allgemeinen Bewusstsein verankert. Wahrscheinlich hat dazu Richard Wagner beigetragen. Kurz: Kriemhild sehe ich nicht im Kinderzimmer.“

Ein Werk wie „Jung-Siegfried“ kann dazu beitragen, das Verständnis und Interesse für Literatur und Geschichte bei jungen Menschen zu fördern und einen im Bildungskanon heutzutage nicht mehr so angesagten Stoff wie das Nibelungenlied wieder stärker ins Bewusstsein zu rücken. Gibt es hier Ansätze an Schulen? Oder Lesungen in Buchhandlungen, an Volkshochschulen oder Instituten?   

Günter Frorath Im Oberstufenunterricht sollte das Nibelungenlied gestreift werden, ansonsten denke ich, reicht eine gründliche Beschäftigung damit im germanistischen Proseminar. Die Welt hat so viel an alter und neuer Literatur für Kinder, Jugendliche und Erwachsene zu bieten, nicht nur in Deutschland und Europa, sondern in der ganzen Welt, dass man auf eine angemessene Gewichtung der Lehrinhalte achten sollte. Denn: die Gehirne sind klein und die Welt ist groß.

Mitmachen & Gewinnen
3 Exemplare des Bilderlesebuchs »Jung-Siegfried« von Günter Frorath und Jürgen Pankarz! Die Verlosung endet am 15. Juli 2022.

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