Das Mörderarchiv: Tante Frances hat kein Herz für Mörder

von Kristen Perrin

Tante Frances hatte ein Händchen für Geheimnisse, aber kein Herz für Mörder. Mit Letzteren kannte sich bestens aus – ebenso wie ihre Nichte Annie. Die Krimischriftstellerin und Hobbyermittlerin lebt auf dem Landsitz ihrer verstorbenen Tante im idyllischen Castle Knoll. Während eines Besuchs in London bei ihrer Mutter Laura, einer Künstlerin, macht Annie eine grausige Entdeckung: Die Schülerin der Mutter liegt tot auf den ausrangierten Gemälden der Mutter. Ihr wurde das Herz entnommen. Im Tagebuch ihrer Tante Frances aus den Swinging Sixties stößt Annie auf etwas, das sie zutiefst beunruhigt: Damals starb eine Freundin von Frances, auch ihr war das Herz entrissen worden. Das kann kein Zufall sein. 

Mein Fazit

Tante Frances hat kein Herz für Mörder hat mich angesprochen, ohne dass mir zunächst bewusst war, dass ich damit gerade den dritten Band einer Reihe in der Hand hielt. Das habe ich tatsächlich schlicht übersehen.

Wahrscheinlich kann man auch problemlos mit diesem Buch einsteigen. Aber spätestens als ich merkte, wie Kristen Perrin Vergangenheit und Gegenwart miteinander verknüpft und wie wichtig Frances’ Geschichte für Annie und die aktuellen Ereignisse ist, wollte ich wissen, wie alles begonnen hat. Also habe ich Band 1 „Das Mörderarchiv: Tante Frances dachte immer, dass sie eines Tages umgebracht wird. Sie hatte recht.” sowie Band  2 „Das Mörderarchiv: Der Tod, der am Dienstag kommt” kurzerhand als Hörbuch nachgeholt.

Aber zurück zu Band 3. Kristen Perrin bleibt ihrem unterhaltsamen Stil treu, sie erzählt nicht einfach einen aktuellen Fall und ergänzt ihn gelegentlich um ein paar Rückblicke. Die beiden Zeitebenen greifen ineinander. Man erfährt mehr über Frances, begegnet Menschen und Ereignissen aus ihrer Vergangenheit und fragt sich dabei ständig, was davon mit dem Mord in der Gegenwart zusammenhängt. Die Geschichte liest sich gut, hat durchaus Tempo und lebt von ihren Figuren und diesen vielen kleinen Verbindungen, bei denen man selbst ständig versucht, dem nächsten Puzzleteil zuvorzukommen.

Und genau deshalb bin ich froh, Band 1 und 2  nachgeholt zu haben. Nicht unbedingt, weil man Band 3 sonst nicht verstehen würde. Vielmehr,  weil diese Reihe für mich gerade davon lebt, dass man mit jeder Geschichte ein bisschen mehr über Frances, Annie und ihre Familie erfährt und dadurch Zusammenhänge erkennt, die einem beim Quereinstieg möglicherweise entgehen würden.

(SoRa)

Über die Autorin

Kristen Perrin stammt aus Seattle. Nachdem sie dort mehrere Jahre als Buchhändlerin gearbeitet hat, zog sie für ihr Magisterstudium und den PhD nach Großbritannien. Sie lebt mit ihrer Familie in Surrey im Süden Englands, wo sie gerne in Antiquariaten stöbert, mit ihren zwei Kindern im Matsch herumstapft und zu viele Pflanzen sammelt. «Das Mörderarchiv» war der erste Roman in der Reihe um das Mörderarchiv von Tante Frances und Nichte Annie, die mit seiner Hilfe Kriminalfälle aufklärt. 

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