Die Tea Ladies

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Oft sind es gerade die Menschen, die man kaum wahrnimmt, die am meisten sehen. Die leise durch die Räume gehen, zuhören, beobachten und sich alles merken. In Amanda Hampsons Roman Die Tea Ladies sind es genau solche Frauen, die plötzlich mitten in einem Kriminalfall stecken.
Wir befinden uns im Sydney der 1960er-Jahre. In den Modefabriken der Zig-Zag-Lane läuft der Alltag nach festen Regeln: Stoffe, Schnitte, Hierarchien – und mittendrin Hazel Bates mit ihrem Servierwagen. Mehrmals täglich bringt sie Tee, Kekse und ein paar freundliche Worte zu den Angestellten der Firma Empire Fashionwear. Als Tea Lady ist sie überall willkommen und gleichzeitig fast unsichtbar. Man vertraut ihr Dinge an, die man sonst vielleicht niemandem erzählt.
Doch eines Tages gerät diese Routine aus dem Takt. Eine Begegnung mit einer jungen Frau, ein Brand, ein toter Buchhalter und plötzlich fügen sich Beobachtungen zusammen, die sich nicht mehr so leicht übersehen lassen. Während die Polizei zunächst ihre eigenen Schlüsse zieht, spürt Hazel, dass hinter all dem mehr steckt.
Zum Glück ist sie nicht allein. Gemeinsam mit ihren Freundinnen Betty, Irene und Merl beginnt sie, genauer hinzuschauen. Und schnell zeigt sich: Wer jeden Tag durch Büros und Werkhallen zieht, hört Gespräche, erkennt Spannungen und bemerkt Veränderungen, die anderen entgehen. Die Tea Ladies bewegen sich zwischen allen Welten und genau das macht sie zu erstaunlich guten Ermittlerinnen.
Was mir an diesem Roman besonders gefallen hat, ist die Atmosphäre. Amanda Hampson erzählt ihren Krimi nicht laut oder reißerisch, sondern mit einem feinen Gespür für Menschen und ihre Eigenheiten. Die Geschichte lebt von kleinen Beobachtungen, von Gesprächen und von Figuren, die man schnell ins Herz schließt.
Gleichzeitig entsteht ganz nebenbei ein lebendiges Bild der 1960er-Jahre: eine Zeit des Umbruchs, in der sich vieles verändert, während andere Dinge noch erstaunlich festgefügt erscheinen – besonders für Frauen. Gerade deshalb wirkt es so schön zu sehen, wie diese Gruppe ganz normaler Arbeiterinnen beginnt, ihre eigene Stärke zu entdecken.
Die Tea Ladies ist kein atemloser Thriller. Es ist vielmehr ein Krimi mit Charme, Humor und einem warmen Blick auf Freundschaft und Zusammenhalt. Man liest ihn nicht, um erschreckt zu werden, sondern um sich in eine Geschichte hineinziehen zu lassen, in der Spannung und Menschlichkeit wunderbar zusammenfinden. Unerwartete Wendungen nicht ausgeschlossen.
Mein Fazit:
Ein sehr unterhaltsamer Cosy Crime mit viel Atmosphäre, liebenswerten Figuren und einer originellen Idee. Ein Krimi, der zeigt, dass man manchmal nur genau hinsehen muss – am besten bei einer Tasse Tee.
(SoRa)
Über die Autorin
Amanda Hampson wuchs im ländlichen Neuseeland auf. Nach Stationen in London und Sydney lebt sie heute im australischen Melbourne. Sie schreibt seit über zwanzig Jahren und ist Autorin u. a. der Romane The Olive Sisters, Two for the Road, The French Perfumer, The Yellow Villa, Sixty Summers und Lovebirds sowie der Bestseller-Cosy-Crime-Reihe um die ermittelnden Tea Ladies.






























